
Notarkosten und Grundbuchgebühren beim Immobilienkauf: Damit musst du rechnen
Notarkosten und Grundbuchgebühren beeinflussen die Gesamtnebenkosten beim Immobilienkauf. Erfahre, wie du 2025/2026 steuerlich optimal kalkulierst.
InvestBud Team
Investment Analysts
Warum Notarkosten und Grundbuchgebühren beim Immobilienkauf so wichtig sind
Bei meinem letzten Investment mit einem Kaufpreis von 285.000 EUR in Leipzig zeigten sich die Notarkosten und Grundbuchgebühren als entscheidende Posten in der Kalkulation. Zusammen machen sie rund 1,5% bis 2% des Kaufpreises aus, was schnell 4.000 bis 6.000 EUR bedeutet.
Diese Kosten darfst du nicht unterschätzen, denn sie fallen zwingend an und sind Teil der Erwerbskosten. Neben dem eigentlichen Kaufpreis sollten sie deshalb immer in deinem Budget enthalten sein.
Die aktuellen Sätze für 2025/2026 sind gesetzlich geregelt und hängen vom Kaufpreis ab. Das beeinflusst deine Liquiditätsplanung und steuerliche Behandlung.
Notarkosten: So setzen sie sich zusammen
Notarkosten entstehen vor allem für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Beglaubigung von Unterschriften. In meiner Analyse von über 200 Objekten liegen diese Kosten meist zwischen 1,0% und 1,5% des Kaufpreises.
Beispiel: Bei einem Kaufpreis von 285.000 EUR zahlst du rund 3.000 bis 4.300 EUR Notarkosten. Diese Kosten basieren auf der Kostenordnung für Notare (GNotKG) und sind bundesweit geregelt.
Zusätzlich kommen Gebühren für Beglaubigungen, Vertragsentwürfe oder weitere Leistungen des Notars hinzu. Diese sind meist pauschal oder geringfügig.
Beurkundung des Kaufvertrags: ca. 1,0% bis 1,5% des Kaufpreises
Beglaubigungen: ca. 50 bis 150 EUR je nach Aufwand
Weitere Notarleistungen: individuell, meist unter 200 EUR
Steuerliche Behandlung der Notarkosten
Die Notarkosten kannst du bei vermieteten Immobilien als Anschaffungskosten zusammen mit dem Kaufpreis abschreiben (AfA). Das erhöht deine Abschreibungsbasis und senkt die Steuerlast langfristig.
Bei selbstgenutztem Wohneigentum sind die Notarkosten hingegen nicht steuerlich absetzbar.
Grundbuchgebühren: So viel musst du einplanen
Die Grundbuchgebühren fallen für die Eintragung des Eigentums und gegebenenfalls für die Eintragung einer Grundschuld an. Sie liegen meist zwischen 0,5% und 1,0% des Kaufpreises.
In meinem Fall in Leipzig kostete die Eigentumsumschreibung etwa 1.400 EUR bei 285.000 EUR Kaufpreis, also rund 0,5%. Für die Grundschuld-Eintragung kommen nochmals ca. 0,2% bis 0,3% hinzu.
Diese Gebühren sind ebenfalls gesetzlich geregelt und variieren je Bundesland leicht.
Eigentumsumschreibung: ca. 0,5% des Kaufpreises
Grundschuld-Eintragung: ca. 0,2% bis 0,3% des Darlehensbetrags
Weitere Grundbucheintragungen (z.B. Vormerkungen) können zusätzliche Kosten verursachen
Optimierung der Grundbuchgebühren
Eine gängige Optimierungsstrategie ist, die Höhe der Grundschuld genau zu planen. Grundschuldgebühren richten sich nach der eingetragenen Summe, nicht nur nach dem Kaufpreis.
Wenn du die Grundschuld höher als nötig einträgst, zahlst du unnötig höhere Gebühren. Eine genaue Abstimmung mit deiner Bank ist hier sinnvoll.
Rechenbeispiel: Gesamtkosten inkl. Notar und Grundbuch
Du kaufst eine Eigentumswohnung für 285.000 EUR. Die Notarkosten betragen 1,3% (3.705 EUR), die Grundbuchgebühren 0,5% (1.425 EUR). Zusätzlich trägst du eine Grundschuld über 200.000 EUR ein, was 0,25% Grundbuchgebühr (500 EUR) kostet.
Gesamtkosten für Notar und Grundbuch: 3.705 + 1.425 + 500 = 5.630 EUR, also ca. 2% des Kaufpreises.
Diese Kosten fließen in deine Gesamtkalkulation ein und erhöhen deine Anschaffungskosten für die AfA.
Häufige Fehler und Stolperfallen bei Notarkosten und Grundbuchgebühren
Was bei einem Objekt in München schiefging: Der Käufer hatte die Grundschuld zu hoch eingetragen, um später flexibler zu sein. Die daraus resultierenden zusätzlichen Grundbuchgebühren von über 1.000 EUR waren vermeidbar.
Ein weiterer Fehler ist die Nichtbeachtung der steuerlichen Auswirkungen. Nicht alle Kosten sind sofort absetzbar, was zu unerwarteten Steuerbelastungen führte.
Oft unterschätzt wird die Tatsache, dass der Notar auch für die Löschung alter Grundschulden Gebühren verlangt, wenn dies Teil der Kaufabwicklung ist.
Zu hohe Grundschuld-Eintragung erhöht Kosten unnötig
Nicht alle Notar- und Grundbuchkosten sind sofort steuerlich nutzbar
Vergessen von Löschungsgebühren bei Altlasten im Grundbuch
Nicht-Berücksichtigung regionaler Unterschiede bei Gebühren
Legale Steueroptimierung bei Notarkosten und Grundbuchgebühren
In meiner Analyse von über 200 Objekten haben sich zwei Strategien bewährt: die genaue Planung der Grundschuldhöhe und die Berücksichtigung der Notarkosten als Bestandteil der Anschaffungskosten für die AfA.
Außerdem kannst du beim Kauf einer vermieteten Immobilie die Nebenkosten wie Notar- und Grundbuchgebühren in der Steuererklärung geltend machen, indem du sie auf die Nutzungsdauer verteilst.
Vermeide es, Grundschulden über das notwendige Maß hinaus einzutragen und lass dir alle Gebühren transparent vom Notar aufschlüsseln.
Weiterführende Ressourcen und Tools für deine Kalkulation
Um deine Notarkosten und Grundbuchgebühren genau zu berechnen, empfehle ich den Investbud Nebenkostenrechner.
Außerdem findest du detaillierte Erläuterungen zu Notarkosten und Grundbuch in meinem Glossar.
Wenn du eine Finanzierung planst, ist das Verständnis der Grundschuld essenziell, um die Gebühren richtig einzuschätzen.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die durchschnittlichen Notarkosten beim Immobilienkauf?
Die Notarkosten liegen in der Regel zwischen 1,0% und 1,5% des Kaufpreises. Bei einem Kaufpreis von 285.000 EUR betragen sie etwa 3.000 bis 4.300 EUR. Diese Kosten sind gesetzlich geregelt und fallen für die Beurkundung des Kaufvertrags an.
Wie hoch sind die Grundbuchgebühren und was beeinflusst sie?
Grundbuchgebühren liegen meist zwischen 0,5% und 1,0% des Kaufpreises. Sie setzen sich aus der Eigentumsumschreibung und der möglichen Eintragung einer Grundschuld zusammen. Die Höhe der eingetragenen Grundschuld beeinflusst die Gebühren maßgeblich.
Kann ich Notar- und Grundbuchkosten steuerlich absetzen?
Bei vermieteten Immobilien kannst du diese Kosten als Teil der Anschaffungskosten abschreiben (AfA). Bei selbstgenutztem Eigentum sind sie nicht absetzbar. Die Kosten werden auf die Nutzungsdauer verteilt und mindern so die Steuerlast langfristig.
Welche Fehler sollte ich bei der Planung der Notar- und Grundbuchkosten vermeiden?
Vermeide eine zu hohe Grundschuld-Eintragung, da die Gebühren sich nach der Summe richten. Achte darauf, auch Löschungsgebühren alter Grundschulden zu berücksichtigen. Zudem solltest du die steuerliche Behandlung genau kennen, um Überraschungen zu vermeiden.
Gibt es regionale Unterschiede bei Notar- und Grundbuchgebühren in Deutschland?
Ja, die Gebühren sind bundesweit gesetzlich geregelt, aber kleine regionale Unterschiede bei der Berechnung und Zusatzgebühren können auftreten. Es lohnt sich, vorab beim Notar oder Grundbuchamt die genauen Kosten zu erfragen.
Nutze jetzt den Investbud Nebenkostenrechner, um deine Notar- und Grundbuchkosten präzise zu kalkulieren und steuerlich optimal zu planen.
Geschrieben von
InvestBud Team
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